Hotels in der Geschichte des Potsdamer Platz

Hotels in der Geschichte des Potsdamer Platz

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Foto: Heike / pixelio.de

Der Potsdamer Platz war einst nur eine einfache Kreuzung vor einem der Stadttore Berlins. Mit der Zeit jedoch wurde der Platz Mittelpunkt des Berliner Lebens und Standort für die besten Hotels der Stadt. Architekten aus aller Welt schickten Ihre Entwürfe ein, Kaiser feierten hier Ihre Herrentage, Stauffenberg plante seinen Anschlag auf Adolf Hitler und Schauspieler und Musikanten aus aller Welt spielten Ihre wunderbarsten Konzerte vor den Augen der Berliner Highsociety. Selbst nach der Teilung und 30 Jahre langen Einödung, spielt der Potsdamer Platz heute wieder eine entscheide Rolle im Berliner Leben und repräsentiert die Wiedervereinigung Deutschlands.

Wer hätte damals in 19. Jahrhundert geglaubt, dass der Potsdamer Platz Schauplatz so wichtiger Deutscher Ereignisse werden würde? Nach dem Bau des Bahnhofs in 1836 transformierte sich der eher ländliche Stadtplatz zu einem der beliebtesten Plätze Europas. Nach der Reichsgründung 1871, erlebte der Platz einen regelrechten Bauboom der einige der besten Hotels der damaligen Welt hervorbrachte.

Weltweit bekannte wie das „Grand-Hotel Bellevue“ und das „Palast-Hotel“ eröffneten noch vor der Jahrhundertwende. Der „Fürstenhof“ folgte 1907, ein Jahr später das „Esplanade“.

Grand-Hotel Bellevue

Das Hotel Bellevue was das erste Grand Hotel am Potsdamer Platz und gab schon damals seinem Namen alle Ehre. Auch „Hôtel du Parc“ genannt, was es ein Vorbild international orientierter Architektur und galt als erster Prachtbau am Potsdamer Platz.

Jedoch schon wenige Jahre später (1928) musste das Hotel dem Bau des Columbushauses Platz machen.

Palast-Hotel

Der Bau des Palast-Hotels war ein Ereignis, welches viele Berliner mit Spannung erwarteten. Mit 110 Zimmern, einer Handvoll luxuriöser Säle und Salons war das Hotel eins der größten Hotels in Berlin zu dieser Zeit. Weltweit wurde es vor allem bekannt durch sein  „Palast-Café“  welches feine Torten und exzellente Speisen anbot. Leider wurde das Palast Hotel während eines Luftangriffs schwer zerstört und später komplett abgerissen.

„Fürstenhof“ 

Kurz nach der Jahrhundertwende erbaut und 1907 eröffnet wurde das Hotel vor allem für deine zahlreichen Konzerte geschätzt. Eins der denkwürdigsten was das  Wohltätigkeitskonzerte mit Walter Rummel und der Geigerin Erica Morini  zugunsten der Hedwig-Wangel-Hilfe e.V..  Wie das Palast Hotel wurde es im November 1943 teilweise durch Bomben zerstört und die Ruine wurde später komplett abgerissen.

Nach all diesen schweren Verlusten durch das ständige Bombardement waren nach dem 2. Weltkrieg nur noch 2 Gebäude am Potsdamer Platz übrig.

Hotels Esplanade und alte Weinhaus

Das „Hotel Esplanade“ kann getrost als eins der noch heute berühmtesten Hotels der Deutschen Geschichte beschreiben werden. Einen Namen erhielt es durch seinen bekannten Kaisersaal in dem  Kaiser Wilhelm II. seine exklusiven Herrenabende veranstaltete und im Sommer oft den 1600 m² großen Garten im Innenhof des Hotels zur Erholen genoss.

Während der Zeit des Nazianalsozialismus was es auch eins der wenigen Hotels welches sich weigerte mit Rücksicht auf seine Gäste, die schwarz-rot-goldene Fahne der Republik zu hissen. Vielleicht auch deswegen, und weil nach 1933 wurde es von NSDAP-Größen eher gemieden wurde, traf sich General Stauffenberg hier einige Male um das Attentat auf Hitler zu planen. Während des Attentats vom 20. Juli 1944 wurden hier auf Neuigkeiten bezüglich des Attentats gewartet, jedoch zerplatzten die Hoffnungen recht bald  nachdem bekannt wurde, dass Hitler überlebt hatte.  Im Winter 1944/1945 des Zweiten Weltkriegs wurde das Hotel bei einem Bombenangriff weitgehend zerstört, jedoch blieb ein kleiner Teil fast unversehrt stehen: der Kaisersaal, der Frühstückssaal, das Treppenhaus und die Waschräume. Nach dem Bau der Mauer 1961 und der Neueröffnung des Hotels am  1. Mai 1988 ging noch ein mäßiger Hotel- und Veranstaltungsbetrieb neben der Mauer weiter.  Nach dem Mauerfall wurden die Räume dann unter Denkmalschutz gestellt.

Wer die Chance hatte das Sony-Center am Potsdamer Platz zu besuchen hat die Möglichkeit den Kaisersaal und den Frühstückssaal zu bestaunen.  Der Kaisersaal wunde um 75Meter verschoben und dank modernster Technik mit Computersteuerung und einer Luftkissen-Konstruktion in das Center integriert.

 

Foto: Heike  / pixelio.de

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